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Wettbewerb

Tatütata

Einsatzzentrum OETZ- Tirol

EU-weit offener einstufiger Realisierungswettbewerb

Das Gebiet liegt in einer Talsenke, gerahmt von den zum Teil steil aufsteigenden Bergen des Ötztales. Der Bauplatz liegt am Ortsrand von Oetz und grenzt im Norden an die belebte Verkehrsader des Ötztales. Das Gebiet ist geprägt durch eine heterogene Bebauung in offener Bauweise mit Wohnbauten, Einfamilienhäusern und Gewerbebauten. Die Gebäudehöhen divergieren, ein- bis dreigeschossige Wohnhäuser wechseln mit flächig gegliederten Gewerbebauten.

Bezug zur Umgebung
Das Gebäude des Einsatzzentrums nimmt diese Strukturen aus der Topographie und der gebauten Umgebung in Dachform und seiner Höhendifferenzierung auf. Verstärkt wird dies durch die klare Form mit ihren Kanten, welche perspektivisch in den Kontext gesetzt werden. Die Rechtecksform platziert sich im Zentrum der umliegenden gebauten Strukturen und definiert qualitätvolle, platzähnliche grüne Freibereiche.

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Ein Einsatzzentrum ist primär durch seine Funktionalität, den Arbeitsabläufen sowie introvertierten und extrovertierten Bereichen geprägt. Umso wichtig ist es dem maschinenhaften Wesen eine Authentizität und einen Charakter durch gestalterische Qualität zu verleihen. Nach dem Prinzip „form follows function“ haben wir diese Aspekte in unseren Entwurf aufgenommen und darüber hinaus ein, dem Gebiet entsprechendes und dem Kontext zugeschnittenes Gebäude entwickelt. Unverkennbar, selbstbewusst und modern, und auch kontroversiell manifestiert sich das Gebäude in das Ortsbild von Oetz und in das Ötztal.

Beim Einsatzzentrum wird eine Mischnutzung von Hof und Blockbebauung angewandt. Die Unterscheidung liegt hier bei den Eingängen. Block = Eingang von Aussen; Hof = Eingang von Innen.

Zuordnung der Funktionsbereiche

Der Hof stellt einen städtebaulichen Strukturtyp dar, bei dem die einzelnen Gebäude bzw. Funktionen einen Raum umschliessen. Dadurch entsteht ein von außen abgegrenzter, geschützter Bereich, zu dem sich die Funktionseingänge hin orientieren. Traditionell lässt sich der Hof von einer Klosteranlage ableiten bei der durch Addition einzelner Gebäude ein Raum formuliert wird.

Der Hof ist ideal für die Mischung von den introvertierten Nutzungen der Feuerwehr, Polizei und der Bergrettung geeignet und bietet eine Fläche von eingeschränkter Öffentlichkeit für die Nutzer.
Der Block wiederum findet bei der Arztpraxis und den allgemeinen Funktionen seine Anwendung. Eingänge und Zugänge von Aussen.

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Das äussere Erscheinungsbild besticht durch seine klare Form. Die einzelnen Funktionen verbergen sich hinter der homogenen, vorgesetzten vertikalen Holzstruktur, die mit großen quadratischen, einheitlichen Fenstern unterschiedlich gegliedert wird.

Die Eingänge zu den jeweiligen Einheiten sind funktional gesetzt und akzentuieren gleichzeitig die dahinterliegende Erschließungen.
Die Freiräume sind zoniert in befahrbare Wege, befestigte Stellflächen (Rasensteinen), Fahrradabstellplätzen und begrünte Aufenthaltszonen. Die Parkplatzeinheiten sind zum Teil für autorisierte Benutzer mittels Schrankenanlage reserviert.

Der Hof bildet wie beschrieben einen abgegrenzten Raum in dem sich das äussere Erscheinungsbild wiederspiegelt, jedoch die dahinterliegenden Funktionen sind hier durch zum Teil große Öffnungen, klar ablesbar.

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Feuerwehr:
Die Fahrzeughalle ist zweigeschossig und die Einsatzfahrzeuge werden in das Zentrum gerückt. Von der Galerie im Obergeschoss, auf der sich der Schulungsraum usw. befindet, kann die gesamte Station und der Vorplatz überblickt werden. Zusammen mit den durch die Dachform zum Teil überhöhten holzverkleideten Räumen wird  Großzügigkeit und Atmosphäre vermittelt.

Bergrettung:
Die Einheit ist über zwei Geschosse (EG+OG ) zusammengefasst und der Zugang sowie die Erschliessung erfolgt gemeinsam mit der Feuerwehr. Dadurch ist auch die Anbindung an den Schulungsraum für die Bergrettung gewährleistet.

Polizei:
Die Polizei ist im Obergeschoss angesiedelt und auch hier bieten die überhöhten, holzverkleideten Räume Atmosphäre und Großzügigkeit. Die Einheit ist durch einen autarken internen Zugang mit dem Hof verbunden. Die Parteien betreten die Einheit von Aussen (Block). Die Ruheräume und Aufenthaltsräume sind von den „allgemein zugänglichen“ Bereichen getrennt und bieten die notwendige Privatsphäre.

Arzt:
Die Patienten betreten die erdgeschossige Praxis über den gemeinsamen Zugang der Parteien (Polizei), wobei die Rettung den rückwärtigen Eingang benutzt.

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Das Gebäude soll in Massivholz-Beton-Verbundbauweise ausgeführt werden. Eine Vorfertigung der einzelnen Elemente, wird um eine kurze Bauzeit zu erzielen und Kosten einzusparen, angestrebt. Die Fassaden sind durch vertikale Massivholzlammelen gegliedert, die Schutz vor sommerlicher Überhitzung bieten und gleichzeitig den Blick nach draussen frei geben.
Das Dach wird ebenfalls in Verbundbauweise ausgeführt und der Vorteil des Systems liegt hier in der Gewichtseinsparung und somit können größere Spannweiten erzielt werden. Da das Dach als fünfte Fassade von vielen Standpunkten aus einsichtig ist, wird eine  extensive Begrünung vorgeschlagen.

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DETAILS

AUFTRAGSART
EU weiter offener einstufiger Realisierungswettbewerb
AUFTRAGGEBER
Gemeinde Oetz
LEISTUNGSPHASE
Wettbewerb
ORT
6433 Oetz - Tirol
JAHR
2020
FLÄCHE/ KUBATUR
2.220m2 / 12.890m3