Wettbewerb

Griech.

PLATZ

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Bozner-Platz Innsbruck

EU-weit offener einstufiger Realisierungswettbewerb

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ALLGEMEIN

 

Der öffentliche Raum ist eine Voraussetzung des städtischen Lebens. Im öffentlichen Raum zeigt sich das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Die griechische Agora als klassisches Vorbild, die als Markt-, Versammlungsplatz und Mittelpunkt des öffentlichen Lebens agierte, war eingebunden in die weiträumige Anlage von öffentlichen Gebäuden und auf den Plätzen wurden Geschäfte ausgehandelt, debattiert und politische Entscheidungen getroffen. Die „Stadt“ hat seit damals viele Veränderungen erfahren und wir stehen mit dem Digitalzeitalter vor einer spannenden Herausforderung, wie der öffentliche Raum neben „augmented reality“ präsentiert und genutzt wird.

Laut dem Soziologen Richard Sennett, ist die Stadt und der öffentliche Raum „a place of strangers“, in der es Akteure und Zuschauer gibt. Die Stadt als „complex environment“ steht voller Widersprüche und  das engt das urbane Erleben nicht ein, sondern bereichert es.

Innsbruck erlebt wie die meisten heutigen Städte eine Verdichtung. Wohnraum wird komprimiert und der Spielraum für das Leben an sich, wird verlagert. So ist es um so wichtiger, Orte für Kommunikation, Interaktion und erweiterten Lebensraum anzubieten. Diese Orte sollten Freude verbreiten, Atmosphäre widerspiegeln, Treffpunkt für Familien, Freunde und auch „strangers“ sein.

Ein Duft, ein Sonnenstrahl, ein Lufthauch, eine Abend- oder Nachtstimmung, das Lachen von spielenden Kindern, die Haptik von Oberflächen und das Rauschen der Blätter im Wind - neben den optischen Aspekten, sind grundlegende, unterbewusste Wahrnehmungen, die der Platzbesucher erleben wird.




RAUMGESTALTUNG

Der zukünftige Bozner-Platz ist als Semi-Begegnungszone konzipiert. Auf die Interaktion von Fussgängern und Kraftfahrzeugen wird reagiert, wobei die Sicherheit als oberste Maxime gilt. Die quergestreckte Form des Platzes wird mit der unterschiedlichen Oberflächengestaltung (Straßenraum zu Platz) aufgelöst und durch die lisenenartige Struktur in eine optisch quadratische Form gebracht.  


 

Freibereich Bäckerei
Gerahmt von Hochbeet

Klettergerüst
Pyramide als Kunstobjekt
Spielturm für Kinder


 

Sitzlandschaft
im Schatten der Bäume
kleine introvertierte Rückzugsbereiche



 

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Kinderschaukel

 

Fahrradständer


 

Freibereich Restaurant
Das Restaurant ist Niveaugleich und bildet mit dem Hochbeet einen eigenen Bereich am Platz.


 

Lineare Hauptstruktur
Die linearen Betonelemente am Boznerplatz nehmen den städtebaulichen Hauptraster auf und reagieren mit der Quer-struktur auf die Adamgasse.
Dort geht die lineare Struktur in eine Plattenstruktur über und er-streckt sich bis zum Bahnhofsvorplatz.


 

VERKEHRSBERUHIGUNG

 

Der Parkgaragenverkehr, der Zuliefer- und der Individualverkehr müssen, um ein innerstädtisches, florierendes und marktwirtschafliches Leben zu ermöglichen, weiter über den Bozner-Platz stattfinden. Zukünftige, kostenintensive Alternative: Unterirdischer Zusammenschluss von allen Innenstadtgaragen inkl.  Zubringern können hier am Vorbild von der Innenstadt von München angedacht werden.

 

Die Nord-Süd Achse der Wilhelm-Greil Straße ist für den motorisierten Verkehr vorgesehen und soll die Anbindung von BTV-Garage und  Zulieferung des Kaufhauses Tyrol gewährleisten. Somit ist die derzeitge Einmündung aus der Brixner-Straße bzw. Meinhardstraße in den Boznerplatz untergeordnet zu sehen. Die Buslinie und der Individalverkehr können hier in die Begegnungszone ein- bzw. durchfahren. Vorgeschlagen wird hier, eine zeitliche Begrenzung für den Individualverkehr am Beispiel der Altstadt.

 

FAHRFLÄCHENGESTALTUNG

 

Die Wilhelm-Greil Straße ist asphaltiert ausgeführt und bietet neben den weitergeführten Gehsteigen mit Bauminseln, den begradigten Fahrradstreifen, die 3,5 m breiten KFZ Spuren an. Der Übergang zum Platz wird mit eingelassenen Beton-Elementen ausgebildet. Der Platz, der haupsächlich den Fussgängern zugeordnet ist, wird mit unterschiedlich breiten Fertigteilbeton-Lisenen 10-70 cm breit (Weißzement und farbige Gesteinskörnungen für das Farbenspiel) längsdurchlaufend mit abgefasten Kanten verlegt. Die Ausrichtung erfolgt in der Nord-Süd Achse und erstreckt sich bis in die Adamgasse bzw. in die neue Passage zum Bahnhof. Hier löst sich die lisenen-artige Struktur auf und geht in flächigen Elemente über, um eine Differenzierung der Passage zum eigentlichen Platz herzuleiten.

 

Die Entwässerung am Platz erfolgt über vereinzelte, schmale Entwässerungsrinnen zwischen den Beton-Lisenen, wobei die Straße zu den flächenbündigen Granit-Straßenrandssteinen hin entwässert wird. Die Wegführung der Passanten erfolgt immer über den Platz.

Der Brunnen wird zum Zentrum erhoben und alle Wege führen daran vorbei. Die Gehsteige werden in den Platz geleitet und der Besucher darüber geführt. Die Abgrenzung zum Straßenverkehr wird über niedrige, bepflanzte abgeschrägte Blumenrabatten (ca. 50-80 cm hoch, Sichtbetonguss C30/37 mit Weißzement und farbigen Gesteinskörnungen) hergestellt und bietet für den Fussgänger, wie auch für den Autofahrer eine möglichst hohe Sicherheit und Überschaubarkeit.4.) AUSSTATTUNG:Der Platz bietet unterschiedliche Zone zum Verweilen, zum Beobachten, zum Spielen usw. an. Neben den konsumorientierten Zonen, werden auch Bereiche zum Treffen von Familie und Freunden angeboten. Unter den Baumkronen sind kleine runde Sitzinseln in die Rabatte eingeschnitten und diese geben ein Gefühl von Intimität im öffentlichen Raum.

 

Entlang der fußläufigen Achsen sind Sitzbänke mit Eichenholz-Sitzfläche an den Betonrabatten angebracht und in die Sitzinseln eingelassen bzw. umschliessen den Baumstamm. Die Rabatten sind mit niedrigen Gräsern und Blumen jahreszeitlich bepflanzt und sollen olfaktorisch stimulieren, visuell und akustisch ansprechend wirken. Die Bäume selber sind als Eichenbäume vorgesehen, wobei die beiden bestehenden Bäume im Idealfall erhalten bleiben. Vereinzelte Bäume werden direkt in die Rabatte gepflanzt und der differenzierte Größenwuchs wird als reizvoll erachtet.

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Platz fließt in den Straßenraum
- Akzentuierung für Fussgänger und Autofahrer.
- Zone Beginn und Ende

- Der Platzbelag zieht sich über die Straße

Straßenbegleitende Beplanzung
hohe Beleuchtungsstele

Platz fließt in den Straßenraum
 

Cafe - Bäckerei
- Umschlossen von einer Grünzone
- zwischen Geschäftsbereich und
Straßenraum

- Sonnenschirme

Telefonzelle + Ticketautomat
 

Cafe - Restaurant
im Schatten der Bäume



 

Sitzinseln


 

Kinderspielbereich
Schaukel
Kletterpyramide

Marktplatz
temporäre Verkaufsinsel

Cafe - Restaurant
im Schatten der Fassaden
unter Sonnenschirmen
den Kinderspielplatz im Blick

BELEUCHTUNG

 

Für die Beleuchtung werden entlang der Hausfassaden, Wilhelm-Greil-Straße, Adamgasse, und der Nordfassade Bozner-Platz ca. 4 m hohe LED Licht-Stele mit Reflektortechnik vorgeschlagen. Ein Höchstmaß an Sicherheit für den Straßenverkehr ist hier unabdingbar. Am Platz selber soll das gleiche System zur Ausführung kommen, jedoch nur ca. 1 m hoch und mit geringerer Leuchtdichte, wobei das Hauptaugenmerk hier bei der Atmosphäre und der Lichtstimmung liegen muss.

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DETAILS

AUFTRAGSART
EU weiter offener einstufiger Realisierungswettbewerb
AUFTRAGGEBER
Stadt Innsbruck - Magistratsabteilung Tiefbau
LEISTUNGSPHASE
Wettbewerb
ORT
Bozner-Platz,  6020 Innsbruck
JAHR
2020
FLÄCHE
7.400m2
KOSTEN
1.65 Mill €