In die Berg bin I gern...

Gasthaus Vilsalpsee | Tirol | AT | 2021

Nichts nimmt dem Moment der Faszination an einem der schönsten Orte in Tirol zu sein, seinen Zauber. Wenn man sich als Architekt aussuchen könnte, wo man etwas bauen möchte, dann genau hier. Gerahmt von der beeindruckenden Bergkulisse, bettet sich der Vilsalpsee wie ein Zauberspiegel in die Landschaft.
Um diesen Landschaftsraum als Kulturraum zu nutzen, bedarf es einer Inszenierung gleich, ein Gebäude zu implementieren, das Emotionen auslöst und verstärkt. Unseres Erachtens nach kein Gebäude das, sich versteckt, sondern sich selbstbewusst, identiätsstiftend, innovativ, überaschend und phantasievoll in die Landschaft integriert.

Das Gebäude besticht durch seine Formensprache und sein Design. Konstruktiv auf das wesentlichste konzentriert, nimmt es die weiche, fliessende Landschaft der näheren Umgebung in seiner Dachform auf. Beim fussläufigen Annähern, zeichnet sich zuerst nur das Erscheinungsbild, die Konstruktion und der Eingang ab. Erst nach dem Durchschreiten des niedrig gehaltenen Einganges und Windfanges, erschliesst sich dem Besucher beim Betreten des Gastraumes, die Höhe, Größe, und Weite des Raumes. Ein Spiel und eine bewusste Inszenierung von Enge und Weite sowie von Dunkel und Hell.
Durch die zweigeschossigen, raumhohen Panoramafenster durchdringt die Natur das Gebäude und gibt dem Benutzer das Gefühl, direkt im Land-schaftsraum zu sein. Von jedem Punkt innerhalb des Gastraumes ist ein freier Blick über den See bzw. die Wiesen- und Berglandschaft möglich. Die drei Tonnengewölbe spannen ein Kreuzgratgewölbe auf, das sich über die gesamte Grundfläche erstreckt und somit ist der Gastraum stützenfrei, variabel einteilbar und offen.

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© architekturmeisterei wibmer